Holpriger Anfang, und doch zufrieden

Meine Chorprobe mit dem Kirchenchor heute wollte ich abkürzen, weil ich übers Wochenende krank war und immer noch Temperatur habe.

Erst mal begrüßte ich aber meine lieben Sänger, die ich jetzt fünf Wochen lang nicht gesehen habe. Wir freuten uns glaube ich alle, dass die Probenarbeit jetzt wieder anfängt.
Die Männer waren ganz gut vertreten. Leider musste ich aber auch gleich zum Auftakt schimpfen. :-( Im Sopran hatte ich nur eine Sängerin! Es waren insgesamt nicht viele, aber nur eine Dame im Sopran, das ist schon übel. Was mir dabei vor allem nicht passt, dass sich diese Probenmoral ausgerechnet vor einem Auftritt zeigt - nächsten Sonntag singen wir im Gottesdienst! :-/
Aber ich kam gleich wieder zu schöneren Themen, denn dieses Schimpfen hat ja immer den Nachteil, dass es die abbekommen, die aber ja da sind! ^^

Also begannen wir mit dem Einsingen. Gerade nach so langer Pause legte ich Wert auf Körperarbeit: Gutes Stehen, An- und Entspannen der Halsmuskulatur, Dehnen, Körperbewusstsein. Dann achtete ich bei den Übungen verstärkt auf den Vokalausgleich und fügte auch eine Gehörübung ein, die einmal in Dur und einmal in Moll gesungen wird. Und schließlich noch eine Übung, die in die Höhe und die Tiefe führt und gleichzeitig den Kiefer lockert.

Dann arbeiteten wir an "Deine Zukunft kennst du nicht". Erst mal sang der Chor sein "eigenes" Tempo, und zwar langsamer, als ich mir das vorstellte. Da weckte ich also wieder das Feeling, die Wachsamkeit für das Tempo, das ich mit dem Vorspiel vorgab, das aufmerksame Hören aufs Klavier. Außerdem sollten sie den Text überdeutlich singen, das gibt mehr Körperspannung und lässt das Tempo besser halten.
Der Sopran sollte zu dem bei den hohen Tönen mit der Vorstellung singen, bei einer Tonwiederholung sei der nächste Ton immer etwas höher als der vorige. Das wirkt dem Absinken entgegen. Der Bass muss an einer Stelle aufpassen, dass er nicht, glücklich, den Einsatz bekommen zu haben, die Töne rausblökt, sondern noch schön singt.
Nachdem ich das alles korrigiert hatte wurde es auch gleich viel besser. :-)

Bei "Du bist der Quell" ging es auch wieder ums Tempo und um gleichzeitiges Absprechen am Ende von Phrasen.

Dann sangen wir noch "Ich will dir danken" einfach mal durch, und ich ließ wieder drei Leute den Anfang der Strophe solo singen.
Am Ende der Probe ermutigte ich eine Sängerin, mal den Gedanken wirken zu lassen, in etwa einem halben Jahr dieses Solo auch im Gottesdienst zu singen. Für sie ist das noch ein sehr aufregender Gedanke der sie gleich rot anlaufen ließ ;-) , aber sie will es sich mal überlegen. Das fand ich toll. :-)

Dann jeweils noch einmal beide Lieder durchsingen, damit beschloss ich diese Probe auch schon, um mich ordentlich auszukurieren.

Das war ein guter Start, ich war zufrieden. :-)

1.9.15 00:36

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Michael / Website (1.9.15 00:49)
Hm, mit einem Sopran wurde dein Chor dann zum Ensemble.
Ich finde deine Probenarbeit - von dem was du hier berichtest - ziemlich okey.
Vielleicht hört man sich ja gegenseitig mal. Ich bin in Hannover tätig


(1.9.15 21:25)
Hallo Michael,

Was machst du denn in Hannover? :-)

Ja, mit nur einem Sopran und überhaupt wenigen Sängern war das dann tatsächlich ein Ensemble. :-D
Wobei sich die eine Sängerin im Sopran tapfer behauptet hat, als unausgebildete Stimme gegen so viele andere Sänger. ;-)

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