Mozart, ein Herbstlied und ein Marsch...

Heute kam zuerst R. (69) zu mir in den Gesangsunterricht. Es war ihre erste Stunde bei mir. Sie singt in meinem Kirchenchor und hatte früher schon mal Gesangsunterricht. Da sie oft heiser ist, und ihre Logopädin das befürwortet, wollte sie jetzt wieder mit Unterricht anfangen.
Ihre erste Übung sang sie zunächst versehentlich mit einem Vokal beginnend, da ließ ich sie gleich mit einem Konsonanten anfangen (wie das eigentlich auch üblich ist). Dadurch klangen die Töne gleich weniger luftig.
Dann vermittelte ich ihr zum ersten Mal, wie sie "den Stimmapparat öffnen", also weiten kann. Das setzte sie für's erste Mal super um, viele Schüler brauchen da mehr Hinweise. Darauf klang dann ihre Stimme auch größer, wärmer, und in der Klangfarbe dunkler. Das konnte sie auch selbst hören.
Wir sangen dann, weil ich am Anfang gerne was singen lasse, was bekannt ist, "Komm lieber Mai und mache" von Mozart. Wir sangen es in verschiedenen Tonarten, um herauszufinden, wo sie sich für den Anfang am wohlsten fühlt. Ich achtete vor allem auf den Legatogesang, vor allem beim höchsten Ton, den sie sonst nur ein wenig anpiekst ohne ihn in die Phrase einzubinden.
Die Unterrichtszeit war schnell um, und ich freue mich darauf, mit ihr weiter zu arbeiten.

Dann kam meine andere erwachsene Gesangsschülerin.
Nach einem Einsingen, ebenfalls nach dem Motto "öffnen, öffnen, öffnen!" sangen wir "Komm lieber Mai und mache" ebenfalls, da sie das im Repertoire hat. Das ließ ich sie dann auch noch alleine singen - sie singt nicht so gern alleine - damit ich mehr darauf hören konnte, wie sie da in die Höhe geht. "Von unten nach oben" ist bei vielen Leuten kritisch, und auch diese Schülerin nimmt da gerne zu viel Bruststimme mit nach oben. Nach ein paar Korrekturen besserte sich das dann.
Zum Abschluss sangen wir noch einmal "Bunt sind schon die Wälder", passend zur Jahreszeit. ;-)

Schließlich hatte ich F. (11) im Klavierunterricht. Sein Schultag hatte heute auf Grund eines veränderten Vertretungsplanes mit einiger Verwirrung angefangen - da hatte er Redebedarf, das merkte ich, also ließ ich ihn ein wenig erzählen.
Dann gingen wir an den ersten Satz seiner kleinen Sonatine. Die Stellen, die einander ähnlich sind und deshalb besonders sitzen müssen, konnte er viel besser als letztes mal. Ein paar Kleinigkeiten gab es noch zu korrigieren, kein Problem. Woran ich mich aber tatsächlich noch störe, ist die Lautstärke: Er spielt insgesamt deutlich zu leise. Wenn sein Piano kaum noch Klang hat, wohin will er dann noch, wenn es irgendwann mal pianissimo heißt? Also forderte ich ihn viel, viel auf, lauter zu spielen. Da darf er noch deutlich mehr Mut entwickeln. Außerdem möchte ich doch, dass dieser Satz einfach noch deutlich sicherer wird, denn das war zwar nicht schlecht, aber er kann es mit Sicherheit noch besser.
Zum Schluss begannen wir einen Marsch. Die rechte Hand spielte er durch, da waren die Grundlagen klar. Zur linken Hand kamen wir leider nicht mehr: Bis auf zwei Stellen besteht die aber nur aus zwei verschiedenen Tönen, deshalb soll er sie selbst erarbeiten und dabei genau auf den Rhythmus achten.

Mit diesen Aussichten bin ich gespannt auf die nächste Woche. :-)

18.9.15 19:19

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