Üben?

F. (11) hatte für letzten Freitag wohl ganz gut geübt, obwohl er auf meine Nachfrage etwas zögerlich antwortete. Es kann also sein, dass ich da jetzt, nachdem er schon einige Wochen spielt, dran bleiben muss.
Er spielte seinen Altniederländischen Tanz jetzt recht gut. Er beachtet die Pausen und spielte einwandfrei legato, wie ich es letzte Woche gesagt hatte. Beim ersten Satz seiner kleinen Sonatine wusste er, als ich ein kleines bisschen nachhalf, noch dass er im Sonatenhauptsatz steht, auf Anhieb erinnerte er sich auch an den Begriff "Reprise".
Während der Woche war F. mit der linken Hand unsicher gewesen, kam aber mit meiner Unterstützung schnell auf die richtigen Töne. Dann spielte er das recht locker. Es gibt ein paar Stellen, die einander ähnlich sind, weshalb er sie gut üben und sich darauf konzentrieren muss. Aber ich denke, dass er das in einer Woche wahrscheinlich ganz gut kann.
Zum Abschluss spielte er noch einmal sein Lieblingsstück, dass er locker auswendig kann.
Außerdem erzählte er mir ein wenig über den Wechsel auf seine neue Schule, da er jetzt in der 5. Klasse ist. Sowas ist auch immer wichtig, um eine gute Beziehung zu den Schülern aufzubauen.

Auf meiner Facebook-Jobseite sind oben die Händchen von J. (7) abgebildet. Das zeigte ich ihr neulich am Handy. Sie war ganz stolz, dass jetzt jeder ihre Hände sehen kann, weil die Handhaltung für die erste oder zweite Klavierstunde ziemlich gut ist.:-)

13.9.15 10:18, kommentieren

Anstrengende, gute Arbeit

Wir hatten eine anstrengende, aber gute Chorprobe, in der wir viel geschafft haben.

Nach dem Einsingen ließ ich zuerst mal "Shalom aleichem" durchsingen. Ich wollte es eigentlich tatsächlich einmal durchlaufen lassen, musste dann aber eine Stelle im Bass korrigieren, bei der die Männer zuerst gar nicht einsetzten, und später dann unsauber. Außerdem soll der Alt vor der Wiederholung nicht atmen, was die Damen manchmal vergessen.

Dann arbeiteten wir an "Beyond The Sea". Eine Seite lang hat der Tenor die Melodie und die anderen Stimmen singen nur "Background". Das musste gründlich geübt werden, genau wie die Übergangsstelle gegen Ende, bevor nochmal das musikalische Anfangsthema aufgegriffen wird. Die ist rhythmisch wirklich schwierig, weil jede Stimme was anderes singt. Aber es kommt, und bald werde ich auch nicht mehr am Klavier mitspielen müssen, denn eigentlich wird dieses Stück a capella gesungen.

Nach der Pause erübten wir weiter "Niemals allein" aus meinem Musical "Die Stärke der Schwachen". Wir haben jetzt auch den Mittelteil bearbeitet, der Anfang sollte nächste Woche direkt funktionieren, und den Schlussteil nehmen wir uns nächste Woche vor.

Als letztes ließ ich "Verleih uns Frieden gnädiglich" singen. Auf der letzten Seite kommt so ein fugenartiger Teil, bei dem die Einsätze nicht so leicht sind. Außerdem haben Alt und Tenor an einer Stelle den gleichen Ton, gehen dann aber unterschiedlich weiter - da wollen die Tenöre dann gerne die Töne des Alts mitsingen. Da mussten wir ran.
Es ist sowieso manchmal schwierig: Oft erkläre und probe ich Dinge mehrfach, einfach weil mal jemand fehlt, der dann die entscheidende Probe verpasst hat. Das ist natürlich normal, die Leute haben ja neben ihrem Beruf noch andere Verpflichtungen, müssen beispielsweise mal zu einem Elternabend oder jemand renoviert sein Häuschen und muss da weiterkommen. Das ist normal, aber die Auswüchse, dass ich nach Wochen immer noch Dinge von der Anfangsprobenzeit erläutern muss, sind natürlich lästig.

Die Probe war wirklich anstrengend, weil viel Neues erarbeitet wurde, aber wirklich produktiv und ergiebig.:-)

10.9.15 10:17, kommentieren

Repertoireerweiterung

Zuerst kam heute A. (44) zum Gesangsunterricht. Bei ihr legte ich vor allem Wert auf das Öffnen des Stimmapparats. Zudem brachte ich ihr heute zum ersten Mal das "Rückwärtssingen" nahe. Dabei stellt man sich vor, man würde den Ton beim Singen einsaugen. Das beugt dem Risiko vor, zu sehr zu "schieben", also den Ton mit Druck zu singen. Wir arbeiteten dann an einem italienischen Übungslied, das wir neu ins Repertoire aufnahmen, und an "I Dreamed A Dream" aus Les Misérables. Nächste Woche kommt dann was anderes dran.

Im Anschluss kam eine weitere erwachsene Gesangsschülerin. Wir nahmen uns ebenfalls ein (anderes) italienisches Übungslied vor und arbeiteten da vor allem an den korrekten Tönen der Koloraturen.

Dann ging es vom Gesang zum Klavier. J. (7) hatte ihre Hausaufgaben nun schon zum zweiten Mal auf der Herfahrt im Auto gemacht. ^^ Wir führen jetzt ein Hausaufgabenheft, damit das nicht wieder vorkommt.
Ich fragte wieder verschiedenes aus den letzten Wochen ab: Die Anzahl der Tasten eines Klaviers, die bereits bekannten Töne, die Anzahl der Schläge bei den unterschiedlichen Notenwerten. Das wusste sie alles noch gut und beantwortete meine Fragen richtig.
Dann ließ ich sie das Stück spielen, das Hausaufgabe war. Die Töne stimmten alle, nur das Legatospiel fällt J. noch schwer. Eigentlich kann sie es, aber sie muss sich darauf konzentrieren. Da das heute erst die vierte Klavierstunde war, muss sie natürlich noch auf die richtigen Töne, den Rhythmus und so weiter achten, da geht das unter. Aber dazu, also zum Erinnern, bin ich ja da. ;-)
Dann kam das neue Stück dran. Sie lernte die neuen Töne g (linke Hand) und f (rechte Hand) kennen. Dabei überprüfte ich auch, ob sie die Tonleiter (c-d-e-f-g-a-h-c) noch auswendig kann, was der Fall war. Da erkannte sie auch ganz von selbst, dass sie jetzt schon fast eine Oktave Tonumfang spielen kann. Das neue Stück spielte sie einwandfrei, wenn man davon absieht, dass ich eben wieder ans Legatospiel erinnerte.
Ich gab als Hausaufgabe zusätzlich zum Üben ein Übungsblatt, auf dem sie die Abkürzungen für die Lautstärke eintragen muss, außerdem ein Crescendo- und Decrescendozeichen und einen Schlussstrich.
Mit der Kleinen war ich echt zufrieden. :-)

Zum Abschluss kam noch C. (41). Mit ihm nahm ich nach dem Einsingen zwei neue Stücke dran: "An Chloe" von Mozart und dann noch was leichtes, flockiges: "Eine kleine Melodie". Das war natürlich noch Arbeit rein an Tönen und Rhythmus und wir kamen nicht zu Stücken, die er schon besser kann. Da er sich aber neue Stücke gewünscht hatte, war das, denke ich, nicht schlimm. Außerdem haben wir ja jetzt immer eine Dreiviertelstunde zur Verfügung, da machte das nichts, denn in Zukunft wird das Repertoire dann ausgewogen sein: neue und alte Stücke.

9.9.15 18:05, kommentieren

Zum zweiten Mal...

...an diesem Wochenende hatte ich Grund zur Zufriedenheit.

Im Einsingen machte ich Körperübungen, dann sorgte ich für die Aktivierung von Muskulatur, Zwerchfell und der Resonanzräume. In die Höhe ging ich heute weniger, da die Lieder, die auf dem Programm standen, auch nicht so hoch sind, dafür weckte ich die Aufmerksamkeit des Chores, gut zu mir zu sehen.

So etwa in der ersten Hälfte des Gottesdienst sangen wir "Du bist der Quell". Der Sopran sang gut hoch genug, vor allem bei dem Sextsprung am Anfang. Auch die Phrasierungen nahmen sie gut, eine Stelle, an der sie eine Dissonanz vor ihrer Auflösung richtig auskosten sollen war schön, und der Bass setzte souverän ein.

Ungefähr in der zweiten Hälfte sangen wir dann "Deine Zukunft kennst du nicht". Das passte gut zur Einführung des Kirchenvorstandes, zu dessen Anlass wir heute sangen.
Das Lied hätte textlich noch ein kleines bisschen deutlicher sein können, dennoch war ich zufrieden. Auch die Absprachen der Phrasen klappten gut, obwohl mich der Chor da in der Kirche immer nicht so ideal sehen kann. Auch die Fermate wurde gut abgesprochen und der Einsatz danach war gut. Vor allem der Bass gefiel mir. Die Herren haben da nämlich einen einzelnen Einsatz, den sie manchmal etwas zu energisch singen, weil sie dann froh sind, ihn richtig gesungen zu haben. ;-) Da müssen sie dann immer darauf achten, dass sie die Stelle auch noch schön singen, was sie heute gemacht haben.

Mein Chor hat mir heute gut gefallen. :-)

6.9.15 21:56, kommentieren

Kerbauftritt...

Mein Vereinschor hatte heute einen Auftritt auf der Jügesheimer Kerb. Ja, solche Auftritte liegen auch an, wenn man den Chor eines Gesangvereines leitet. Sie sind etwas ungewöhnlich - im Zelt eines befreundeten Gesangvereines - aber letzten Ende schaffen sie trotzdem Erfahrung, und wenn sie in schwieriger Umgebung stattfinden, trainieren sie die Konzentration.

Wir sangen "Der Fiedler", da war es mir wichtig, dass der Text super-superdeutlich gesungen wird. Das machte der Chor auch gut. Es gibt eine "Echo-Stelle", bei der der Text wiederholt und beim zweiten Mal dann leiser gesungen wird. Es ist wichtig, da dann trotzdem die Spannung zu bewahren, deutlich im Text zu bleiben, damit es nicht lasch wird. Das machten sie gut.
Das Ritardando machten sie mehr so wie sie wollten, weniger wie ich es dirigierte, aber das war auch der einzige Punkt. ;-)

Bei "Lollipop" setzte der Alt einigermaßen weich ein, sodass die anderen auch so folgen konnten. Eine Sängerin wollte zu früh in den Schluss gehen und war leider kurz rauszuhören. Trotzdem lief es schön, ich denke, diesen kleinen Patzer hat kaum jemand gehört.

Und "Tourdion" ging ebenfalls gut. Das hat der Chor schon hundertmal gesungen. Es war vorher nur der Ablauf des Liedes zu besprechen.
In Zukunft müssen wir daran arbeiten, dass der Chor technisch noch besser wird, da ich gehört habe, dass viele Sänger das Lied so anstrengend finden, dass sie hinterher angeschlagen sind.

Auch wenn das kein "feiner" Auftritt in einem Saal war, mit allem Drum und Dran, sondern eher "rustikal" ;-) war es eine schöne Sache, und alles in allem hat es auch wirklich Spaß gemacht. :-)

5.9.15 22:04, kommentieren