Der advent naht

Meine Chorprobe gestern verliefzu meiner Zufriedenheit.

Nach einem abwechslungsreichen Einsingen, das alle sängerischen Punkte abdeckte, probten wir zuerst "Hört der Engel helle Lieder" ("Gloria". Da ging es, genau wie letztes Jahr, abgesehen von den Tönen um die Phrasierung. Wie das oft so ist... der Chor war der Meinung: "Das haben wir doch gemacht!" Aber ich musste erklären, dass ich es noch deutlicher, fast übertrieben möchte, damit dem Zuhörer, der ja nicht weiß was wir geprobt haben, auch bewusst wird, dass wir hier phrasieren. Eine harmonisch sehr schöne Stelle muss vom Alt noch mehr betont werden, sonst kommt die E-Dur-Harmonie an der Stelle nicht deutlich raus. An einer stelle betonten die Sänger das "Halleluja" ganz toll. Das zeigte mir, dass wir letztes Jahr super gearbeitet hatten, wenn sie das noch so im Kopf hatten.
"Joy To The World" ging ebenfalls gut. Mit den Männern musste ich die Töne in einem Einsatz noch mal üben, dann klappte das. Die zweite Hälfte jeder Strophe soll piano und flockig gesungen werden, das musste ich auch nochmal fordern, dann war es schön, und der Schluss ist wieder mezzoforte.

Nach der Pause probten wir noch "In der Nacht von Bethlehem", das klingt schon recht schön.

Zum Schluss machten wir noch Fotos, damit ich auch mal welche habe. Die werde ich aber leider nicht hier reinstellen, weil das manche Sänger nicht möchten. und das respektiert man natürlich. 

13.10.15 18:12, kommentieren

Komprimiert

In den letzten Tagen war zu viel los um alles im Detail zu berichten. Da wird es manchen geben, der froh ist, dass ich nicht so viel schreibe. ;-)
Am Mittwoch Abend gab es eine gute Chorprobe mit meinem Vereinschor. Es sagen im Einsingen sogar wieder ein paar Leute solo. Mit der Literatur gingen wir weiter aufs Konzert zu.

Donnerstags hatte ich meinen ersten Unterrichtstag in der Freien Musikschule Rodgau e.V. An diesem ersten Tag waren von meinem Stundenplan drei Schüler da. Es machte Spaß sie und ihren Stil am Klavier kennen zu lernen. Einer davon, ein 13jähriger, (der nach 1 1/2 Jahren schon recht weit ist und schön musikalisch spielt) war furchtbar aufgeregt, da ich für ihn ja noch eine Fremde bin. Da versuchte ich natürlich, viel Entspannung reinzubringen.

Und heute hatte ich drei erwachsene Gesangsschüler und F. (11) am Klavier. Mit ihm sang ich zum Abschluss auch wieder. Mit. C. (46) kam auch noch ihre freundin mit. Beide singen auch in meinem Mittwochschor. Leider ließ die Freundin sich auch auf zartes Drängen hin nicht dazu bewegen, mal alleine zu singen. Mal sehen, ob das noch kommt. Letzten Endes muss ja auch nicht aus jedem ein Solist werden. ;-)

9.10.15 22:35, kommentieren

Abwechslung

Vorgestern hatte ich einen langen Tag.

Der Unterricht begann mit meiner etwas älteren Gesangsschülerin. Wir nahmen ein italienisches Übungslied durch. An diesem Tag war ihr nicht nach Alleine-singen, also sangen wir eben zu zweit. Dann schlossen wir noch mit einem Volkslied ab.

Danach kam C. (46). Gleich am Anfang gab ich ihr eine kleine Notenhausaufgabe. Man muss zwar im Gesangsunterricht nicht zwingend Noten lernen, aber wenn jemand keinerlei Notenkenntnisse hat, erkläre ich hier und da was, und füge mal eine einfache kleine Hausaufgabe ein, um auch die Musiktheorie ein wenig zu lehren. Letztendlich hilft das ja sehr bei der Umsetzung von Liedern, wenn nicht alles über das Gedächtnis geleistet werden muss, sondern dem Sänger auch die Notenschrift etwas sagt.
Wir unterhielten uns nochmal über die Frage nach einem Solo bei einem kleinen Schülervorspiel nächstes Jahr. Das kommt für C. noch überhaupt nicht in Frage - aber vielleicht mit jemandem zusammen, oder eventuell mit mir. Das wäre vorläufig eine gute Alternative, und ich behaltes es im Auge.
Wir arbeiteten an der Öffnung des Ansatzrohres (also vom Mundraum bis zu den Stimmlippen) und am Stimmumfang.
Dann nahmen wir auch hier ein italienisches Übungslied ran, arbeiteten an Intonation, dem Ansatzrohr und der musikalischen Umsetzung.

Darauf folgte dann A. (44). Neben anderen üblichen Übungen ging ich mit ihr vor allem mit weicher Stimmgebung in die Tiefe. Dann begannen wir eine Arie Antiche, also eine leichte italienische Arie aus der Barockzeit. Das sind stimmfreundliche Stücke, und es ist A.s erste Arie. Sie fasste die Melodie schnell auf und soll sich das Stück als Hausaufgabe im Internet raussuchen, um die Melodie noch weiter zu verinnerlichen.

Nach A. kam J. (seit kurzem 8 Jahre alt), meine einzige Klavierschülerin an diesem Tag. Ihr kleines Stück spielte sie einwandfrei, legato und fehlerlos. Wir begannen mit dem nächsten Stück, das in der Klavierschule folgt, "Seifenblasen" - es steht im Zweivierteltakt, da lernte J. also gleich etwas neues. Es hat ein paar tonleiterförmige Stellen aber dazwischen auch ein paar kleine Sprünge. Ich denke, dass das für J. kein Problem darstellen sollte, aber im Unterricht machte sie, natürlich, noch ein paar kleine Fehler. Das Legatospiel, an das ich ja anfangs viel erinnern musste, stellt jetzt aber gar keine Schwierigkeit mehr dar. :-)
Weil das so gut lief, nahm ich gleich das nächste Liedchen dran: "Big Ben", klar, die Big-Ben-Melodie. Es steht im Dreivierteltakt, weil es hier um das gleiche Thema - das Taktmaß - geht, passten die beiden Lieder gut zusammen.
Als Hausaufgabe gab ich diesmal etwas ungewöhnlicheres: J. soll mit Mamas Unterstützung herausfinden, wer oder was der Big Ben ist. ;-) Die 10jährige Schwester, die im Unterricht zuhörte, meldete sich zu Wort und verkündete, sie wisse das. :-D Da ließ ich sie immerhin verraten, wo der Big Ben ist ("In England!!", aber den Rest muss die kleine Schwester schon selbst herausfinden. :-D

Zu guter letzt kam noch eine neue Gesangsschülerin, U. (55). Sie war insgesamt etwas unruhig, lachte viel - ich denke, das war Unsicherheit. Alleine vor einer Person zu singen, einer Lehrerin, von der man ja zwingend auch Kritik erwartet, ist halt für die Leute eine ziemlich neue Erfahrung, die durchaus auch mal nervös macht.
Sie war nicht schlecht, aber bevor ich mit großartiger Technik komme, korrigiere ich erst mal kleinere "Regeln" des Gesangs und lasse sie in meinem Unterricht "ankommen".

Das war der Dienstag - er war schön abwechslungsreich und hat Spaß gemacht.:-)

1.10.15 18:54, kommentieren

Kurz und knapp

Gestern habe ich nur R. (69) im Gesang unterrichtet. Demzufolge wird dieser Bericht recht kurz, im Vergleich zu sonst. :-D

Ich baute die Höhe und die Tiefe aus und sorgte für die notwendige Weitung des Stimmapparats. Dann schloss ich noch eine Übung an, bei der sie von tief unten sehr weit hoch springen muss. Durch diese Übung erreichen die Leute meistens eine recht stabile, frei klingende Höhe.


Wir sangen dann "Amazing Grace", das klappte schön. Manchmal ist die Intonation nicht ganz so akkurat, aber da geht es nur um Feinheiten. Wenn die Stimme in einiger Zeit mal mehr "auf dem Körper ist", wird sich das wahrscheinlich geben.
Außerdem nahmen wir uns noch "Sehnsucht nach dem Frühling" von Mozart vor. Das sang sie schön, aber an das "Öffnen" muss ich natürlich noch schnell erinnern - wen wundert's, in der zweiten Gesangsstunde. Ich kündigte R. an, dass sie das in der nächsten Zeit noch tausendmal von mir hören wird. ;-) Außerdem forderte ich sie auf, an zwei Stellen, an denen sie den höchsten Ton nur kurz anpiekst, tatsächlich legato zu singen. Das klappte daraufhin richtig gut, besser als letzte Woche.

Ich schrieb ja schon, der heutige Bericht wird kürzer als gewohnt. ;-)

25.9.15 21:47, kommentieren

Heute gelang es uns...

...mit der Chorprobe ziemlich pünktlich anzufangen - was immer ein wenig Thema ist, weil die Sänger nicht fünf Minuten vorher kommen, sondern mit Ach und Krach pünktlich. Da funktioniert das leider nicht immer.

Im Einsingen machte ich Körperarbeit und Übungen für Höhe und Tiefe sowie den Stimmsitz.

Dann begannen wir mit "Lollipop". Wichtig war wieder, dass der Alt mit schönem Klang anfängt, damit die anderen genau so nachfolgen. Außerdem wollte ich, dass eine Stelle mit besonderer Energie betont, und eine weitere sehr im Popstil gesungen wird.

Darauf nahmen wir uns "Greensleves" vor. Hier ging es überwiegend um die Lautstärke. Der Bass hat da die Melodie, die von den Frauen nicht "platt gemacht" werden darf. Ähnlich ist es dann im Schluss: Da singt der Bass eine Variation der Melodie, die nur zur Geltung kommt, wenn die Frauen sich entsprechend zurückhalten. Im Piano dann aber bitte mit Körperspannung; deshalb ließ ich sie das auf einem Bein stehend singen. (Auch wenn ich dann, klavierspielend, aus dem Augenwinkel immer mal wieder wahrnehme, wie jemand das Gleichgewicht verliert. :-D )
Da kam dann auch von einer Altistin die Feststellung, dass sie diesen Teil des Liedes jetzt erst richtig versteht und es so viel besser ist. :-)

Nach der Pause nahm ich zuerst "Shalom aleichem" dran. Da forderte ich die richtige Lautstärke entsprechend meinem Dirigat ein, was auch direkt gut klappte, weil der Chor mir gut folgte.

Dann kam "Beyond The Sea" dran. Das ließ ich zum ersten Mal ohne Klavier singen. Für das erste Mal lief das bis zur Mitte schon ganz gut. An der einen oder anderen Stelle hatte ich etwas zu sagen, aber es ging. Dann übten wir mit dem Tenor den Abschnitt, an dem diese Stimme die Melodie hat und die anderen "doo" und "da" singen. Dann folgt eine Übergangsstelle die rhythmisch sehr schwierig und komplex ist, weil jede Stimme einen eigenen Rhythmus singt. Und dann kommt wieder *fast* der Anfang, bis auf den allerletzten Akkord, in den meine Sänger sich erst mal reinhören mussten.

Als Ständchen für ein Geburtstagskind wünschte sich die Person dann "Gebet eines Kindes". (Das freute mich, weil ich das Lied ja eingeführt habe.)

Und weil noch drei Minuten Zeit waren, ließ ich dann noch "Die schöne Tilla" singen. Da gibt es eine Stelle, an der immer wieder "nein, nein, nein" gesungen wird. Das soll mit schönem Vokalausgleich, also nicht grell gesungen werden. In der zweiten Strophe heißt es aber im Text, dass die Tilla "mit schriller Stimme" spricht, deshalb sollen da dann genau diese Neins tatsächlich grell klingen. Diesmal dachten die Sänger super daran und setzten das gut um.

Wegen des Geburtstages gab es hinterher noch etwas zu Trinken und zu Knabbern. Das war ein schöner Ausklang.

24.9.15 21:33, kommentieren